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Künstler

Aber sicher doch, wir tun es gerne. Es ist ein innerer Zwang, der uns zum kreativen Schaffen treibt. Inspiration über alles und nun schwingen wir den Pinsel, greifen zu Tintenfass und Feder, entlocken dem Instrument die feinsten Töne. Du bist die heiß begehrte Null im Sozialsystem und die Frage „welches Amt ist denn für dich zuständig?“ schwebt ständig über deinem Haupt.
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Bild Quelle: www.culturepub.fr

Die Welt verändern, was Positives schaffen, Inspiration für andere und dabei gehen wir doch finanziell gern zugrunde. Während die Finanzfritzen sich mittels Korruption die Taschen füllen, sitzen wir abgewrackt im Atelier oder hinter der Tastatur – voll gespickt mit Enthusiasmus, Idealismus und leeren Taschen.

Wohl dem, der es schafft, einen Sponsor, Mäzen oder eine Mäzenatin zu haben, der einem die Füße küsst. Angepasst verlangt der Markt nach unangepasster Kunst. Die Künstler sind das Sprachrohr der Gesellschaft, die sich niemals scheuen, ein heikles Thema anzupacken. Dafür kriegt die Gesellschaft die Klappe entweder nicht auf oder nicht zu. Tja, der Künstler war schön früher entweder arm und hatte nichts zu fressen oder war mit Auftragsarbeiten beschäftigt, die ihm nicht aber die Freiheit seines Schaffens gaben. Zensiert man denn einen Künstler? Die moderne Internetwelt kommt als unsichtbare Ami-Zensur schneller als der gemalte Schwanz in die Höhe ragt – für sie als obszöne und provokative Herausforderung angesehen. Kunst darf sich nie zensieren lassen! Was Kunst eigentlich ist, liegt in der Definition und Freiheit der Betrachter. Wir konsumieren Kunst wie alles, was uns umgibt und das ist Verschleiß der Künstler und eine geringe Wertschätzung. „Kunst ist wichtig, sie ist so schön…was wäre ein Leben ohne Kunst?“ Die Realität sieht anders aus, jeder will Kunst exklusiv und möglichst billig. In ländlichen Gegenden wird die Kunst dessen gefördert, der den Bürgermeister wählt oder irgendwie, irgendwo in einem Amt sitzt, Gelder in den Kulturtopf stopft oder gleich die Sponsoren mitbringt.

Künstler brauchen starke Nerven und ein stabiles Selbstbewusstsein, was sie eigentlich gar nicht haben, denn gerade die filigrane Sensibilität begleitet sie. Sie ticken anders als normale Menschen, sie denken anders, sie haben andere Vorstellungen und andere Ideale. Sie scheren sich nicht um das, was angesagt ist oder gerade im Trend liegt und sie haben keine Angst. Die müssen sie aber haben – spätestens beim Blick auf das aktuelle Bankkonto. Kunst ist ein wichtiges Ausdrucksmittel der jeweiligen Epoche und seiner Gesellschaft und die Menschen, die ihre Zeit, Energie und ihre Seele in ihre Künste stecken, haben es verdient, bezahlt zu werden. Die Gehälter und Löhne jedes Arbeiters werden akzeptiert und keine Zeile eines Autors, keine Note eines Musikers, kein Pinselstrich eines Malers darf als Gratis-Strip angesehen werden.

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Bild Quelle: www.racked.com

Die heiß begehrte Null (und sie werden begehrt!) steht immer im Visier der Öffentlichkeit und muss sich dem Urteil der Menschen aussetzen. Dazu gehört Mut und dazu gehört Kraft und viele gute Künstler gehen den Bach runter, weil sie vielleicht nicht die richtigen Promotionspartner haben oder selbst einfach nicht vermarkten können oder nicht so funktionieren, wie die Märkte es gerne sehen würden.

Viele Menschen lieben die Künstler, aber die Wenigsten kommen mit ihnen klar. Wenn du denkst, du denkst wie ein echter Freigeist, der eine Künstlerseele schwingen lässt, wirst du erkennen, dass es ein großer Weg ist, den du noch zu gehen hast, bist du eventuell dort einmal ankommst, wo genau dein „Begehr“ sich schon lange, lange befindet. Kunst ist Ausdruck des Seins und bereits die Zukunft des Kommenden, der aktuelle Zeitgeist in keiner Relation – außer zur Bewegung und Erschaffung von Neuem, ohne Kompromisse und höchst unangepasst. Der Künstler weiß das und wir wissen das auch. Aber Künstler sind keine Melkkühe, die beliebig „Werte und Schönheit“ scheißen und finanziell an den sozialen Rand der Gesellschaft gedrückt werden dürfen. Sicher, es gibt Ausnahmen und viele, die es geschafft haben…aber wie viele kennen Sie, die außerordentlich kreativ und gut sind, bei denen es anders ist? Es ist leider die Mehrheit aller Kunstschaffenden.

 

© Petra M. Jansen

http://jansen-marketing.de

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